25. Oktober 2017

21. Deafplympics Chronik Taipeh 2009

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 Chronik

Vom 5. bis 15. September 2009 finden in Taipei/Taiwan die 21. Sommer-Deaflympics statt


Was sind die „Deaflympics“?

Deaflympics ist eine Wortzusammensetzung aus deaf (engl. für „taub“) und Olympics (engl. für „Olympische Spiele“).Die Deaflympics sind somit die Olympischen Spiele der Gehörlosen welche immer 1 Jahr nach den olympischen Spielen stattfinden.

Die Deaflympics werden vom ICSD organisiert. Die ICSD verzichtet auf die Teilnahme bei den Paralympics, da Gehörlose selbst unter Behinderten auf Grund von Kommunikationsproblemen ausgeschlossen sind.

 
Übergabe der Deaflympics-Flagge an Taiwan

Für die Spiele 2009 in Taiwan ist eine Rekordzahl von Teilnehmern zu erwarten.

Wie auch die olympischen Spiele finden die Deaflympics seit 1949 alle vier Jahre statt. Die Winter-Deaflympics werden im gleichen Turnus um zwei Jahre verschoben durchgeführt. Das Auswahlverfahren und die Vergabe der Spiele gleicht dem Verfahren des IOC, nur finden sie immer ein Jahr nach den olympischen und paralympischen Wettbewerben statt. Seit 2001 sind die Deaflympics vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC) als die Spiele der Gehörlosen anerkannt und dürfen offiziell den Namen „Deaflympics“ tragen mit eigenem dazu gehörigem Logo.

Schweizer Sportler und Sportlerinnen waren 1924 bei den ersten Spielen noch nicht dabei, erst 1928 in Amsterdam, obwohl der Gehörlosensportverband erst im Jahr 1930 gegründet wurde. Der schweizerische Gehörlosen Sportverband ist damit der älteste Behindertenverband hierzulande. Seit den Weltspielen 1928 in Amsterdam war die Schweiz regelmäßig außer 1935, 1939 und 1977 bei diesem Höhepunkt in der Karriere jedes hörbehinderten Kadersportlers vertreten.

Warum gibt es die Deaflympics?

Der Ablauf der Spiele ist vergleichbar mit den Olympischen Spielen und den Paralympics (hier jedoch ohne Einteilung in Schadensklassen – grundsätzliche Voraussetzung für die Teilnahme eines Athleten ist ein Hörverlust von mindestens 55dB auf dem besseren Ohr) und es gelten im Allgemeinen die Regeln der internationalen hörenden Spitzenverbände. Lediglich in einigen Punkten, die speziell die Gehörlosigkeit betreffen, können diese Regeln abgewandelt oder ergänzt werden – wie z.B. der Ersatz von akustischen Signalen durch visuelle Signale beim Start.

Durch die eigene Kommunikationsform der Betroffenen, die auf visueller Vermittlung und optischer Wahrnehmung beruht, ergeben sich besondere Voraussetzungen und Anforderungen an die Sportler. Ihnen fehlen akustische Informationen, die Hörenden zusätzlich zu den visuellen zur Einschätzung einer Situation zur Verfügung stehen.

Dabei handelt es sich um Details wie z. B. die Beschaffenheit eines Untergrundes beim Ski-Sport, die Art, wie ein Ball beim Tennis oder Tischtennis geschlagen wird, der Schuss aus der Startpistole, den sie nicht hören oder das Zurufen zwischen den Teammitgliedern bei Mannschaftssportarten. Sehr wichtig ist auch das Thema Motivation einhergehend mit Leistungssteigerung, z.B. durch das Anfeuern durch die Zuschauer. Diese zusätzliche Stimmulation kommt bei den gehörlosen Sportlern kaum an. Dazu kommt der Umstand, dass gehörlose Kinder meistens viel später an den Sport heran geführt werden als hörende, so dass in den wichtigen Entwicklungsphasen der unmittelbare Zusammenhang zwischen Höreindruck und Bewegung nicht genutzt werden kann.

Gehörlose haben durch die Art ihrer Behinderung eine eigene Kultur mit eigener Sprache entwickelt. Für Aussenstehende immer wieder faszinierend ist die Feststellung, dass über nationale Grenzen hinweg eine Verständigung für Gehörlose untereinander fast problemlos ist, so dass sie eine in sich geschlossene Gruppe bilden. Daher wurden eigene Gehörlosen-Sportveranstaltungen, der „Gehörlosensport“ ins Leben gerufen. Er ermöglicht nicht nur sportliche Begegnungen auf gleichem Niveau sondern bietet den Beteiligten auch viel mehr als im hörenden Sport Möglichkeiten, sich sozial und kulturell mit Menschen anderer Nationen auszutauschen.

Fazit:

Die Zahl der Teilnehmer an diesen Großveranstaltungen im internationalen Gehörlosensport ist in den vergangenen Jahrzehnten stetig angestiegen. Die Deaflympics 2009 in Taipeh/Taiwan werden voraussichtlich neue Rekordzahlen bei den Teilnehmern erbringen. Es bedarf einer logistischen Meisterleistung eine derartige Veranstaltung durchzuführen und wir sind sehr froh darüber, dass das Organisationskomitee in Taiwan offensichtlich gut vorbereitet ist.

Samstag, 5. September 2009 — Dienstag, 15. September 2009
00:00 — 00:00

Taipeh

Deaflympics (ICSD), SGSV-FSSS

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